
Frustrierte Lehrkräfte, unzufriedene Schulleitungen und enttäuschte Eltern, Schülerinnen und
Schüler – so sieht die aktuelle Lage im Bereich der BFS dual aus. Dies hätte durch eine
zielorientiertere und vertrauensvollere Zusammenarbeit mit den Interessensverbänden der
berufsbildenden Schulen vermieden werden können. Es besteht dringender Handlungsbedarf,
das verlorene Vertrauen in die berufliche Bildung in Niedersachsen wiederherzustellen.
Das Innovationsvorhaben BFS dual hat verdeutlicht, dass die Verbände mit ihren kritischen
Bewertungen und ihren konstruktiven Hinweisen zu möglichen Anpassungen in allen Fällen
zutreffende Einschätzungen abgegeben haben. Aus unserer Sicht ist die jetzige Kehrtwende des
Innovationsvorhabens das schlechte Ergebnis einer fehlenden konstruktiven und
lösungsorientierten Kommunikation. Vor diesem Hintergrund ist es absolut notwendig, die
ausgewiesene Fachkompetenz der Verbände in Zukunft systematisch und nachhaltig
einzubinden. Mit der AG BBS Permanent würde hierfür ein Gremium zur Verfügung stehen, in
dem unserer Mitglieder in den vergangenen Jahren durch fachlich fundierte Arbeit überzeugt
haben.
Dieses Gremium muss künftig intensiv genutzt und in Entscheidungsfindungen bei
bildungspolitischen Themen einbezogen werden. Zu den wichtigen Themen zählen unter
anderem die Diskussionen um den Doppelhaushalt 2027/28, die Überlegungen zur
Arbeitszeiterfassung an Schulen, die Nutzung der NBC, die Unterstützung von
Lernmanagementsystementscheidungen, die Einführung einer leistungsfähigen
Schulverwaltungssoftware, die digitale Weiterentwicklung der berufsbildenden Schulen, die
Optimierung der Lehrkräfteausbildung sowie die Gestaltung neuer Lehr- und Lernprozesse an
den BBS.
Eine frühzeitige und verlässliche Einbindung der Verbände in alle Gestaltungsprozesse, die
konsequente Einhaltung getroffener Absprachen sowie eine transparente und wertschätzende
Feedback-Kultur stellen zentrale Voraussetzungen für eine erfolgreiche künftige
Zusammenarbeit dar. Auf dieser Grundlage bieten die Verbände dem Kultusministerium an,
gemeinsam die berufliche Bildung in Niedersachsen zum Wohle unserer Schülerinnen und
Schüler, der Beschäftigten sowie aller an Schule beteiligter Interessensgruppen langfristig zu
stärken und nachhaltig weiterzuentwickeln.
Verantwortliche Ansprechpartner:
Ralph Böse (BLVN), Carsten Melchert (SLVN), Uwe Backs (NDVB), Ulf Jürgensen (VLWN)

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